Sonntag, 21. April 2002 / 18.00 Uhr

Einladung zum

Dialog der Religionen

- Kreuzzug, Heiliger Krieg & Co.

Ein "Dialog der Religionen", der sich um die 'heißen Stellen' herumdrückt, taugt nicht viel. Deshalb wollen wir diesmal die harte, scharfe Kante von Islam und Christentum in den Blick nehmen, ihre Neigung zur gewaltsamen Beglückung von "Heiden" und "Ungläubigen". Mit dem "Krieg gegen den Terrorismus" in Afghanistan und Palästina allabendlich vor Augen fragen wir nach seinen religiösen Grundlagen und Begründungen - und nach dem, was sich dahinter, darunter sonst noch verbirgt.

mit

Ahmad Aladwi, Jahrgang 1971, aufgewachsen in einer religiösen Familie in Damaskus (Syrien) und Doha (Qatar). Seit 1989 in Deutschland, 1993 Heirat mit einer deutschen Christin, zwei Kinder. Seit 1995 Informatikstudium in Potsdam; seit 1998 Vorsteher der Islamischen Gemeinde in Potsdam.

Said Dudin, in Hebron geborener Palästinenser, Dipl. Politologe und Journalist bei der Presse-Agentur "One World Media". Die momentane politische Situation kann er nur noch mit Humor ertragen.

Dr. Andreas Feldtkeller, geboren 1961 in München, Professor der Ev. Theologie an der Humboldt-Universität zu Berlin, untersucht christliche und islamische Missionsgeschichte und hat viele Jahre als Pfarrer in Jordanien gelebt:

"Gewalt, die im Zusammenhang mit Religion auftritt, kann viele Ursachen haben. Meistens ist die Religion dabei nicht Ursache der Gewalt, sondern Religion wird benutzt als Deutung und Legitimation von Gewalt, die andere Ursachen hat. Was Gewaltgeschichte zwischen Islam und Christentum anbelangt, ist mir wichtig, sie als eine uralte und nicht nur wechselseitige, sondern auch gemeinsame Geschichte zu erkennen. An ihren Wurzeln steht unter anderem die Erfahrung von Verfolgungen und die Angst, neuen Verfolgungen wehrlos ausgeliefert zu sein. Gewalt lässt sich überwinden, wo wir begreifen, dass wir eigentlich auf derselben Seite stehen."
(Andreas Feldtkeller)


Burhan Kesici, 1972 als Kind türkischer Eltern in Berlin-Spandau geboren und aufgewachsen, 1993-1998 Studium der Politikwissenschaft am Otto-Suhr-Institut der FU Berlin, seitdem Vorsitzender des Verwaltungsrats der "Islamischen Föderation Berlin e.V.".

"Der Titel der Veranstaltung lässt auf alles andere deuten, als die Quintessenz der Religionen, und zwar Frieden. In den Diskussionen der letzten Zeit wird stets über die instrumentalisierte Form der Religionen gesprochen, ohne auf die religiöse Dimension einzugehen. Nur durch die Klarstellung, dass keine Religion "Terror und Gewalt" gutheißen kann, sind wir auch in der Lage, den Dialog aufrecht zu halten und für ein besseres Zusammenleben einzutreten. Weder 'Kreuzzug' noch 'Heiliger Krieg' sind Begriffe, die in den Quellen der Religionen vorkommen, sie sind erst später eingeführt worden, um bestimmte machtpolitische Interessen durchsetzen zu können."
(Burhan Kesici)

und - als einzige Dame unter lauter Herren besonders begrüßt:

Dr. Gerdi Nützel, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit beim Berliner Missionswerk.

Moderation: Kraft Wetzel

Unsere Lese-Empfehlung:
"Der reine Terror" + "Der Geist des Terrorismus"
von Jean Baudrillard, erschienen im Passagen Verlag, Wien


Aula der Hermann-Herzog-Schule
Eingang:
Triftstraße, Ecke Willdenowstraße,
13353 Berlin-Wedding [U Leopoldplatz]

7,50 € / 5,50 € e
[wer wenig hat, zahlt weniger - wer mehr hat, darf gerne mehr geben]

Infos und Kartenvorbestellungen

Nirwana Events
Uferstraße 12
13357 Berlin
Fon 030 / 46 50 71 39
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