Samstag,
8. Dezember 2001
20.00 Uhr

MILCHMEERGALERIE

Fehmarner Straße 22,
13353 Berlin-Wedding

(U9: Amrumer Straße)



- Drei Märchen-Erzählerinnen, eine Welt -















Wir möchten gerne ein Zeichen setzen gegen den allabendlich über unsere Bildschirme flimmernden Krieg. Dieser "Erste Krieg des 21. Jahrhunderts" ist ja auch einer zwischen unterschiedlichen spirituellen Kulturen: die einen beschwören den "Heiligen Krieg", die anderen stehen im Verdacht, einen "Kreuzzug" zu führen. Deshalb möchten wir daran erinnern - und exemplarisch vorführen -, daß Christentum und Islam auch anders miteinander umgehen können: daß wir voneinander lernen, einander bereichern und inspirieren können.

Der Interkulturelle Rat Deutschlands hat, angesichts wachsenden Mißtrauens und Diskrimierung, zum "Dialog der Religionen" aufgerufen. Wir möchten dazu beitragen - auf unsere Weise. Drei Märchen-Erzählerinnen werden an diesem Abend Märchen aus dem christlichen, dem islamischen und dem buddhistischen Kulturkreis zu Gehör bringen.


Danka Rubarth, die auf der Insel Rügen aufwuchs, wird "Das kalte Herz" des Schwaben Wilhelm Hauff aus dem "Märchenalmanach für Söhne und Töchter gebildeter Stände auf das Jahr 1828" vortragen. Schirin Zareh, die aus dem Iran stammt und seit über 20 Jahren in Berlin lebt, wird uns ein muslimisches Märchen erzählen.

Gerahmt wird diese christlich-islamische Begegnung von zwei buddhistischen Märchen, die Y Sa Lo vortragen wird: ihr Vater stammt aus China, ihre Mutter aus Deutschland; bekannt wurde sie durch ihr intensives Spiel in den Filmen von Rainer Werner Fassbinder.

Ort dieser Begegnung ist die "Milchmeergalerie", die einzige private Galerie im Berliner Wedding, die gerne als "Kulturwüste" verkannt wird. Christine Ihrke & Michael Lewinski, die diese Galerie seit nunmehr fünf Jahren am Leben erhalten, haben kaum Geld, aber Herzen groß wie Wagenräder. Deshalb ist diese liebevoll gestaltete Keller-Galerie für wache Köpfe und außergewöhnliche Talente zu einem Zufluchtsort, einer Oase geworden. Hier geht einem das Herz auf.



Y Sa Lo


Y Sa Lo trägt buddhistische Märchen von Ringu Tulku und Thich Nhat Hanh vor.

Geboren wurde sie 1945 als Tochter eines Physikers und Chemikers aus China und einer Sekretärin aus Berlin. In Österreich geboren, in der Dominikanischen Republik aufgewachsen, Abitur und Max-Reinhardt-Schule in Berlin.

Seit ihrem Debüt als Selbstmörderin in Wolf Gremms Film "Ich dacht', ich wäre tot" Rollen in bislang 56 Filmen; vor allem ihre intensive Präsenz in den Filmen von Rainer Werner Fassbinder machte sie bekannt. Parallel dazu spielte sie Theater, baute das "Grips Theater" mit auf, wirkte in "an die 1000" Hörspielen mit; und singen tut sie auch ...



Danka Rubarth

"Märchen sprechen die Seele in ihrer Tiefe an. Die uralten Geschichten berichten von der Weisheit und dem Mut der Helden - und erzählen damit auch von unserer Weisheit, unserem Mut und unserer Liebe", schreibt Danka Rubarth, die das Märchen von Wilhelm Hauff vortragen wird.

Geboren 1968 auf der Insel Rügen, Ausbildung zur Krankenschwester, Ausbildung zur Märchenerzählerin
(1990-1993) und zur Puppenspielerin an der Berliner "Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch" (1992-1995). Seit August 2001 ist sie mit ihrem Projekt "Drei Wünsche" selbständige Unternehmerin mit Internet-Präsenz: www.berlinermaerchen.de



Schirin Zareh

Schirin Zareh wird das islamische Märchen vortragen. 1952 kam sie als Tochter eines Iraners und einer Deutschen zur Welt, mit drei Jahren besuchte sie Deutschland zum ersten Mal. Inzwischen lebt sie schon 26 Jahre hier und balanciert seitdem sehr bewußt auf dem schmalen Grat zwischen den beiden Kulturen.

Über "ihr" Märchen schreibt sie: "Es geht um die Geschichte zweier Menschen, die versuchen, über den Brückenschlag der Liebe die Hindernisse und Hemmnisse ihrer unterschiedlichen Religionszugehörigkeit aus dem Weg zu räumen - und sich zu begegnen."

Die Ausstattung macht an diesem Abend die wunderbare
Celeste Vargas aus Porto Alegre ("Hafen der Freude") in Brasilien.
Seitenanfang am 22.12.2001 Wedding Eat Art in der Milchmeergalerie