Unter der Schirmherrschaft von Jürgen Böttcher/Strawalde
SPIRITS IN FILM 2001
2.-5. November 2001
Staatliche Museen Dahlem
- filmbuehne-museum -
FREITAG, 2. NOVEMBER 2001
EIN ANDERER BLICK AUF TIBET
Unser üblicher Blick auf Tibet ist konditioniert: David gegen Goliath, Massen von Han-Chinesen gegen eine Handvoll Tibeter, eine atheistische Großmacht auf kapitalistischem Kurs gegen eine durch und durch spirituelle Kultur. Doch: "Kampf kann man nur verlieren. Integration tut not." (Gregor Gysi)
17.30 Uhr
Feierliche Eröffnung
von SPIRITS IN FILM 2001
in den Staatlichen Museen Dahlem
anschließend
"IN SEARCH OF SHANGRI LA"
von Pu Lin Wen, China 1999, 75 min., engl.OF
So ließe sich das "Tibet-Problem" vielleicht auch lösen: Jeweils zwei vaterlose Chinesen - hier die beiden Brüder Pu Lin und Pu Quin Wen, die sich zehn Jahre lang in Tibet herumtrieben - teilen sich einen tibetischen Lama als Ersatzvater.
Einführung: Annette C. Eckert (Berlin), die diesen ganz & gar inoffiziellen, privat finanzierten Film entdeckt hat und ihn in Deutschland betreut.
20.00 Uhr
"Song of Tibet"
von Xie Fei, China 2000, ca. 100 min.
Vielleicht signalisiert dieser Film eine neue versöhnend gedachte Variante in der staatlichen chinesischen Kulturpolitik gegenüber Tibet: In diesem Film wird die Lebensgeschichte einer tibetischen Sängerin und ihrer drei Geliebten erzählt, zu denen auch ein tibetischer Lama gehört.
anschließend Gespräch über beide Filme mit tibetischen Gästen
23.00 Uhr
"Jenseits von Tibet"
von Solveig Klaßen, DFFB 2000, 88 min.
Wie die vom Bodensee stammende Ex-Punkerin Santrra Oxyd nach Tibet reist, dort das Herz eines jungen Lamas erobert und ihn mitbringt in ihre Berliner Mansardenwohnung.
anschließend Live-Auftritt der "Tibetan Performance Group Berlin" mit Tulku Gelek & Santrra Oxyd & Tara
SAMSTAG, 3. NOVEMBER 2001
DAS ZEN DES WASSERS
Läßt sich zeigen, können Filme abbilden, was Zen ist ? Entzieht sich der Zustand der "Leere", der vorurteilslosen Kontemplation, nicht a priori der visuellen Darstellung, weil die ja immer nur "von außen" darauf schauen kann ?
17.30 Uhr [Deutsche Erstaufführungen]
"Second Nature"
von Nicki Tundel, USA 1999, 25 min.
Landschaft als Widerspiegelung innerer Zustände. Die amerikanische Filme-macherin und TV-Redakteurin Nicki Tundel sammelt wunderschöne Naturim-pressionen im NO der USA und bündelt sie unter Stichworten wie 'Ruhelos', 'Neugierig', 'Befriedigt'.
"Riverglass"
von Andrej Zdravic, Slowenien 1997, 41 min.
Was mit bloßem Auge nicht sichtbar ist: Mit Hilfe einer selbstgebauten Vorrichtung für Unterwasser-Aufnahmen taucht Zdravic uns Zuschauer ein in die faszinierende Welt dicht unter der Oberfläche slowenischer Gebirgsbäche.
"Making a Splash"
von Peter Greenaway, GB 1988, 24 min.
Eine Liebeserklärung an die Freuden des Wassers, virtuos montiert zu der hypnotischen Musik von Michael Nyman.
20.00 Uhr
VERBEUGUNG VOR WALTER FLEMMER
"Kyoto und die Kultur des Buddhismus"
Dreiteilige Fernseh-Serie von Walter Flemmer, Bayerischer Rundfunk 1997
Teil 1: "Lerne den Boden zu putzen" (58 min.)
Teil 2: "Wenn Dein Bogen zerbrochen: schieße" (58 min.)
Teil 3: "Unter fallenden Blättern: die Erleuchtung" (58 min.)
anschließend Gespräch mit Walter Flemmer (langjähriger Kultur-Chef des Bayerischen Fernsehens, München) u.a.
SONNTAG, 4. NOVEMBER 2001
12.00 Uhr MATINEE
"Buddha im Reich Gottes"
von Dieter Zeppenfeld, D 2001, 98 min. [Berliner Erstaufführung]
Ein Film über die erste Begegnung zwischen der 70-jährigen Theologie-Professorin und Mystikerin Dorothee Sölle und dem 74-jährigen Zen-Meister Thich Nhat Hanh in der Berliner Gethsemane-Kirche.
anschließend Gespräch mit Dorothee Sölle (Hamburg), Dr. Rolf Hanusch (Ev. Akademie zu Berlin), Dr. Ulrich Dehn (Ev. Zentralstelle für Weltanschauungs-fra-gen, Berlin) und Thomas Gandow (Sekten-Beauftragter der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg) [alle angefragt]
WO IST DER SOZIALISMUS HIN?
Sozialismus als Thema eines spirituellen Film-Festivals ? Hat sich der Sozialismus nach Marx & Engels-Art nicht explizit als wissenschaftlicher definiert, in polemischer Abgrenzung von Religion als "Opium für's Volk" ? Doch vielleicht war der Sozialismus ja im Kern eine spirituelle Bewegung, eine säkular gewendete Variante des Christentums? Und sein historisches Scheitern könnte auch damit zu tun haben, daß der Sozialismus seine spirituellen Wurzeln so massiv verdrängt und verleugnet hat?
17.30 Uhr
"Ortskunde" (Uraufführung)
von Eike Schmitz, D 2001, ca. 20 min.
"Vexations/Quälereien" (Uraufführung)
von Harald-Alexander Korp, D 2001, ca. 45 min.
November 1990, auf dem verlassenen Mauerstreifen hinter dem Berliner Reichstag: Pianisten aus aller Welt spielten Eric Satis "Vexations" 840 mal, 25 Stunden lang. Eine musikalische Meditation im Niemandsland zwischen den Zeiten.
20.00 Uhr
"Konzert im Freien"
von Jürgen Böttcher/Strawalde, D 2001, ca. 90 min.
Auf dem Alexanderplatz: Marx und Engels sitzen immer noch da und schauen gen Osten, während die Ex-DDR-Jazzer Günter "Baby" Sommer und Dietmar Diesner vor diesem Denkmal ein Konzert geben.
"Ein spröder, störrischer, erstaunlicher Avantgardefilm!" (tip)
anschließend Live-Performance
22.30 Uhr
"Die Polizistin"
von Andreas Dresen, D 2000, ca. 90 min.
(Adolf-Grimme-Preis in Gold für das "Beste Fernsehspiel des Jahres 2000")
Eine Polizistin aus Brandenburg in Rostock: Sie kann Privates und Berufliches nicht auseinanderhalten - und das ist gut so.
anschließend Gespräch mit Experten und Filmemachern
Während der ganzen vier Tage soll es im Untergeschoß - vor dem Kino-Eingang - und möglichst auch im Foyer-Bereich des Museums Stände geben, die das Publikum zwischen den Film-Programmen und Vorträgen zum Verweilen einladen.
Vorgesehen sind Stände von Verlagen, Zeitschriften und spirituellen Buchläden, Verkaufsstände für Fair-Trade-Wa-ren, Weltmusik, Meditati-ons-bedarf u.ä.; außerdem sollen sich buddhistische, christliche und interreligiöse Initiativen und Hilfsprojekte vorstellen können.
Wenn während der Tage um die Filmvorführungen und die Fachdiskussionen herum die Atmosphäre eines 'Spirituellen Bazars' entstünde, in dem man zwischen den Filmen gerne verweilt, hier 'mal blättert, dort 'mal plaudert, würde uns das freuen.
|