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Über Robert Schumann
(1818-1856)
Wer sich mit Schumanns Werk näher beschäftigt, stößt auf mannigfaltige Rätsel und Widersprüche. "Einige ... haben darin die Anzeichen einer frühzeitigen geistigen Störung gesehen. Andere haben unter Schumanns Aussagen eine Wahl getroffen und haben an Hand einer vorgefaßten Meinung von seiner Persönlichkeit eine Reihe zusammenhängender und sich während seines ganzen Lebens gleichbleibender Züge herausgearbeitet.
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Ist er verrückt oder vernünftig? Unordentlich oder übergenau? Ein Mystiker, ein Ironiker oder ein Träumer? - lauter verschiedene, häufig forcierte und nur selten zuverlässige Bilder des Mannes. Aber ist es nicht ein Verdienst unserer zeitgenössischen Literatur, die 'widerspruchslose Persönlichkeit' als ein Trugbild entlarvt zu haben? Sogar schon vor Pirandello und Joyce tritt der Mensch als eine Alchimie von Widersprüchen in Erscheinung und will uns in seiner Größe wie seinem Elend, seiner Weisheit wie seiner Narrheit, seiner Gebrechlichkeit wie seinem Heldentum nur noch interessanter, noch liebenswerter erscheinen."
aus:
Robert Schumann in Selbstzeugnissen und Bilddokumenten
dargestellt von André Boucourechliev
rororo-Bildmonographie 6, Hamburg 1958
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